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Dienstag, 14. Mai 2013

Geldprobleme und Gyoza-Party

Die Zeit hier in Japan vergeht wie im Flug und oft wundere ich mich wie schnell hier eine Woche vergeht. Ich bin staendig mit tausend Sachen beschaeftigt und nebenher gewoehnt sich mein Gehirn an das Japanisch ueberall um mich herum.
Langsam merke ich auch, dass ich hier quasi kein Deutsch mehr benutze - ein merkwuerdiges Gefuehl. Ich bin schon auf den Schock gespannt, wenn ich dann mal wieder nach Deutschland komme.
Hier wird es langsam waermer und fuer mich fuehlt sich das an wie Sommer obwohl mir alle Japaner erzaehlen, dass 25 typisch fuer den Fruehling sind und Aizu zu den heissesten Orten in ganz Japan gehoert. Ich werde mich im Juli und August wohl nur noch in der Uni verstecken...

Im letzten Monat hatte ich in Japan Geldprobleme - nicht weil kein Geld da gewesen waere sondern weil es nicht erreichbar war. Es hat natuerlich einige Zeit gedauert bis ich mir ein japanisches Konto besorgt hatte - und da war auch erstmal kein Geld drauf (abgesehen von etwa 10 Euro).
Ende April sollte ich dann meine Studiengebuehren bezahlen - immerhin knapp ueber 2000 Euro und ich hab mir Geld von meinem deutschen Konto auf das japanische Konto ueberwiesen. Erstmal hatte ich vergessen die Zwischenbank anzugeben... das hat mich ein paar Tage gekostet, bis ich den Fehler beheben konnte.
Also wollte ich das Geld hier in Japan abheben und manuell auf das japanische Konto einzahlen. Da habe ich dann festgestellt, dass man in Japan seit Mitte April kein Geld mehr mit europaeischen Maestro oder Master-Karten abheben kann.

Schliesslich hat jemand von der Bank aus Saitama die Uni angerufen und gesagt, dass ich wohl in den naechsten Tagen einen Brief erhalten werde wegen der Ueberweisung. Ich hatte ja keine Ahnung was fuer eine Art Brief das sein sollte...
Dummerweise war das auch noch einer von den nervigen, die man nur gegen eine Unterschrift kriegen kann, was mich wieder 2 wertvolle Tage gekostet hat. Im Brief war ein Formular, wo ich bestaetigen musste, dass ich das Geld weder in das Atomprogramm von Nordkorea noch von Pakistan investieren will...
Diesen super sinnvollen Brief musste ich dann zurueck schicken - kurz vor der Golden week. Ein paar Tage nach der Golden week hatte ich dann endlich Geld auf meinem japanischen Konto. Insgesamt hatte ich eine Phase von etwa 4 Wochen, in denen ich kein Geld abheben konnte und ich bin unglaublich froh, dass die Mitarbeiter der Uni so hilfsbereit waren. Ich konnte dadurch die Zahlung der Studiengebuehren um einen Monat verschieben und in der schwierigen Phase auch Geld leihen, um ueber die Runden zu kommen.

Nach diesen sorgenvollen Tagen konnte ich dann letztes Wochenende endlich wieder meine Zeit hier in Japan geniessen. Freitags ging es los mit einer Gyoza-Party. Gyoza ist so eine Art chinesische Maultaschen (das hat mich irgendwie wirklich an zu Hause erinnert) und ich habe fleissig mitgeholfen einige von den niedlichen Teigtaschen vorzubereiten.

In einer grossen Gruppe haben wir dann zu Abend gegessen und das war wirklich lustig und ein super Abend.
Gyoza-Essen mit Bektur, Mike und vieeelen Japanern
Die Teigtaschen haben auch super geschmeckt. Die Japaner haben dann auch ein lustiges Spiel vorbereitet: fuer jeden Teilnehmer der Party wurde eine Teigtasche vorbereitet. In manche Teigtaschen wurden aber ein paar fiese Beigaben (etwa Knoblauch oder so Chili) gemixt. Dann wurden alle Teigtaschen gebraten und wie beim Roulette musste man dann zufaellig eine Teigtasche auswaehlen. Das war richtig witzig.
Ich hab eine mit Chili erwischt aber ich bin scharfes Essen gewoehnt, daher war das kein Problem fuer mich. Die Japaner hatten da schon mehr Probleme :D Einige Gesichter waren echt goettlich, als sie auf das Chili oder Knoblauch gestossen sind.

Sonntag, 5. Mai 2013

Golden Week - Goshikinuma

Nach dem abenteuerlichen Trip zu dem abgelegenen japanischen Onsen musste ich erstmal eine Runde schlafen und mich ordentlich ausruhen.
Diese Woche war allerdings ziemlich entspannt, da wir Montags und Freitags frei hatten (wegen Feiertagen).
Das ganze beginnt am 29.4. mit dem Shouwa-Tag und dann folgen ab dem 3.5. gleich drei Feiertage aufeinander: Verfassungstag, Tag des Gruenen und der Kindertag.
Effektiv habe ich an den Tagen selbst aber nichts besonderes gemacht, lediglich Freitags habe ich dann meine Freunde wieder mit meinen europaeischen Kochkuensten beglueckt.
links Yuhei und rechts Mizuho
Es gab Pasta mit einer (einfachen) Tomaten-Wuerstchen-Sosse und noch einen Salat mit eher japanischem Dressing. Es scheint aber allen richtig gut geschmeckt zu haben. Insgesamt ist es allerdings eher schwierig wirklich deutsche Zutaten zu kaufen. Ich habe schon gemerkt, dass ich mir wohl bald ein Kochbuch mit japanischen Gerichten besorgen muss, falls ich das naechste Jahr ausserhalb des Wohnheims ueberleben will.

Natuerlich muss ich nebenher immer brav lernen und fuer einen Kurs muessen wir auch immer Gruppenprojekte machen (effektiv aber sehr einfach). In meiner Gruppe mit Bektur ist es immer echt lustig, denn wir programmieren alles nochmal neu (ich schaetze, dass die Japaner alle einfach die Programme vom Prof wiederverwerten...). Dadurch haben wir natuerlich viel Arbeit und wir verbringen viel Zeit in meinem Buero.
Spassige Stunden mit Bektur im Buero
Sonntags ging es dann nach Goshikinuma (=Fuenf-Farben-See) mit dem Outdoor club. Ich geniesse meine Zeit mit den Studenten vom Club, denn der Club bietet einfach nur  Ausfluege an und ich kann mich unkompliziert mit einer Email anmelden. Der Rest wird dann von den Mitgliedern vom Club organisiert und ich kann an Orte reisen, wo man als Auslaender vielleicht nicht so gut hinkommt.

Dieses Mal sind wir dann in die Naehe von Bandai-san (einem der hoechsten Berge in Fukushima) gefahren. Dort war richtig viel los, da schoenes Wetter war und auch noch Golden Week mit dazu...
Trotzdem haben wir es geschafft ein Boot zu ergattern und eine kleine Runde auf dem See zu drehen. Witzigerweise waren das nur zwei japanische Studenten und ich... Ich wurde natuerlich wieder dazu eingeladen und urspruenglich wollten die beiden Jungs fuer mich rudern.
Leider waren die beiden total unfaehig und am Ende habe ich die ganze Zeit gerudert und die Jungs haben mir die Richtung angesagt :D

Die Ruderkuenste sehen nur gut aus... effektiv haben wir uns da kein Stueck bewegt
Von dort aus ging es dann weiter ueber einen Wanderweg zu diversen niedlichen kleinen Seen.
Und nach etwa einer Stunde Fussmarsch auf dem matschigen Wanderweg kamen wir dann zu einem wirklich schoenen See:
Tatsaechlich hatten die einzelnen Seen unterschiedliche Farben und ich habe den Ausflug wirklich genossen. Hier noch das obligatorische Gruppenfoto:
Man beachte: Ich war die einzige Frau auf dem Ausflug und (erwartungsgemaess) die einzige Auslaenderin. Trotzdem bin ich mit meinen Japanisch-Kenntnissen gut klar gekommen und konnte mich auf der Wanderung fast durchgehend unterhalten.
Langsam habe ich wirklich das Gefuehl, dass es ernsthaft besser wird.

Gegen abend war ich dann noch mit Bektur, Big Mike (dem Amerikaner) und einem anderen japanischen Studenten beim Karaoke und danach in einem Ramen-Restaurant. Klar will ich mein Japanisch verbessern aber manchmal bin ich einfach nur froh, wenn ich mal kein Japanisch brauche und fluessig ueber alles sprechen kann.

Samstag, 4. Mai 2013

Hajimete Teil 2: Das erste Mal im japanischen Onsen

Als die beiden Jungs dann so gegen 9 Uhr abends gegangen waren, habe ich mich auf die Suche nach den Maedels von meiner WG gemacht. Natuerlich habe ich sie in einer der Jungs-WGs gefunden. Dort hatten alle gerade gegessen und viele befanden sich in Aufbruchsstimmung. Da hat man mich dann gefragt, ob ich gern in ein japanisches Onsen (=natuerliches Thermalbad) gehen moechte.
Allerdings war es ja Sonntag nachts und in Deutschland wuerde man das so sicher nicht machen. Aber was solls, ich wollte sowieso gerne mal in ein Onsen und da hab ich also eingewilligt. Mitnehmen sollte ich nur Duschgel, Shampoo, ein kleines Handtuch und einen Schlafanzug. (Jaja kein Badeanzug - ich wusste schon, dass man in Japan in einer traditionellen Badeanstalt immer nackt badet.)
Wir sind dann eine Weile durch Aizu gefahren und haben an einigen Supermaerkten angehalten. Es war schon schwierig fuer mich etwas zu essen zu kaufen, weil ich nicht wusste wie weit wir fahren wuerden. (Auf Grund der Uhrzeit und meiner Muedigkeit bin ich aber erstmal davon ausgegangen, dass wir innerhalb einer Stunde spaetestens ankommen wuerden.)
Erst in sicherer Entfernung zum Wohnheim hat man mir dann verraten, dass es sich dabei um ein besonderen Onsen handelt, da dort Maenner und Frauen gemeinsam baden (nackt natuerlich).
Im Endeffekt fuer mich nicht das Problem aber schon witzig, dass man mir das vorenthalten hat. :D

Zwei Stunden spaeter: Ich war schon unfassbar muede (immerhin bin ich an dem Tag um 6 Uhr aufgestanden...) und wir gurken in einem wahnsinnigen Tempo durch die Berge. Natuerlich nicht auf einer Autobahn oder so... neee auf so einer mini Bergstrasse und man sieht kein Licht von Siedlungen oder anderen Autos (ausser unseren 2 Autos natuerlich.)
An Schlaf war bei dem Hoellentrip nicht zu denken und nach einer echt aufregenden Fahrt einen Berg hoch mussten wir feststellen, dass dort noch zu viel Schnee lag, um weiter die Strasse benutzen zu koennen. Das war echt wie in einem Horrorfilm, wenn man ploetzlich mitten in der Nacht im dunklen Wald steht und nicht mehr weiter kommt und umdrehen muss...
Seit dieser Fahrt glaube ich, dass einige Japaner echt verrueckter sind als die meisten Deutschen. Nachts um 1 sind wir dann endlich am Onsen angekommen (bzw auf einem Parkplatz mitten in einem verschlafenen Nest in den Bergen.)
Zu Fuss sind wir dann in eine Schlucht hinabgestiegen und am Fuss war ein kleiner Fluss... und siehe da dort war eine Holzhuette mit einem Bad drinnen. Ich wuerde schaetzen, dass da etwa 8 Leute gleichzeitig in den zwei Becken baden koennen. 

Da dort noch ein paar andere Japaner am baden waren haben wir unsere Gruppe dann in je 4 Leute (natuerlich einmal 4 Maedels und dann die 4 Jungs) aufgespalten und sind nacheinander baden gegangen.
Im Prinzip war es genau so wie ich es erwartet hatte, wir haben uns in einem kleinen Raum ausgezogen und sind dann mit Handtuch und Duschzeugs ins Bad gegangen. Dort hatten wir in meiner Gruppe dann ein Becken fuer uns.
Und ja, das Wasser war richtig heiss, selbst fuer die Japaner. Bisher hatte ich mir immer eingebildet, dass ich heisses Wasser locker aushalte aber das war schon bissel krass. Allerdings war es auch richtig angenehm, wenn man dann erstmal komplett im Wasser war. Natuerlich kann man dann auch nicht so ewig drin bleiben - ich schaetze maximal 15 Minuten.
Wenn man sich dann waescht benutzt man so kleine Plastikwannen, um Wasser aus dem Becken zu schoepfen - allerdings muss man das so machen, dass das dreckige Wasser schoen abfliessen kann und bloss nicht ins Becken zurueck laeuft.
Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, weil das Wasser dort wirklich natuerlich ist und auch nach Schwefel riecht - das hat mit unseren Thermalbaedern also schon Gemeinsamkeiten aber es gibt auch deutliche Unterschiede.
Nach dem kurzen Bad sind wir dann wieder 4 Stunden zurueck nach Aizu gefahren und morgens um 5 sind wir dann auch erstmal noch in ein Restaurant gegangen, um etwas zu essen.
Um 6 Uhr (also war ich da dann 24 Stunden wach) sind wir dann extrem muede wieder im Wohnheim angekommen und haben uns schlafen gelegt.

Ich wuerde glatt behaupten, dass das mein bester Tag in Japan bisher war.

Montag, 29. April 2013

Hajimete Teil 1: Das erste Mal im japanischen Kino

Wie der Titel vom Post verrät, war das ein äußerst aufregender Tag und ein krass langer mit dazu... ich war da etwa 24 Stunden am Stück wach.
Gegen 6 Uhr morgens bin ich vor Vorfreude (und wegen einer verstopften Nase) aufgewacht - immerhin hatte ich zum ersten Mal seit 4 Wochen geplant die Stadt zu verlassen. Leider nicht ganz freiwillig... ich wollte nämlich den neuen Film von Detektiv Conan sehen und habe dann feststellen müssen, dass es kein einziges Kino in Aizu-Wakamatsu gibt.
Also habe ich Abe-senpai gefragt und er hat eingewilligt mich mit dem Auto nach Koriyama zu fahren und mit mir ins Kino zu gehen. Viele Sachen funktionieren hier einfach wesentlich einfacher, wenn man einen der "Eingeborenen" mitnimmt. ;-)
Also wurde ich um 10 Uhr von Abe-senpai und Hasegawa-san (beide in meinem Forschungslabor, Fotos siehe Post davor) abgeholt und wir sind etwa eine Stunde nach Koriyama gefahren, wo ich schon vor 4 Wochen ein Wochenende verbracht habe.
Da könnte man sich natürlich fragen wieso wir schon um 10 los gefahren sind, obwohl wir eigentlich nur ins Kino wollten... tja in Japan ist die erste Vorstellung meist um 10 uhr und wir waren in der 12:20 Vorstellung. Abends gehen dann kaum noch Leute in die Vorstellungen - das Hauptgeschäft wird offenbar mittags gemacht.
Plakat zum Film, Quelle: http://cdn.myanimelist.net/images/anime/4/47419.jpg
Wieso ich einen Kinderfilm unbedingt sehen wollte? Tja, das ist mittlerweile der 17. Film und ich habe alle 16 Filme davor schon gesehen, für mich hört sich das an wie eine logische Schlussfolgerung auch den neusten Film sehen zu wollen ;-) Das Gute an dem relativ einfachen Inhalt ist natürlich die Verständlichkeit - immerhin sind alle Filme hier natürlich komplett auf Japanisch ohne jegliche Untertitel. Besonders anspruchsvolle Filme sind für mich da quasi noch ein Tabu.

Der Film war wie erwartet auch echt gut und ich habe vielleicht so 20% vom gesprochenen Text verstanden aber die Bilder haben fürs gesamte Verständnis natürlich auch sehr geholfen. Witzigerweise habe ich mehrmals statt "detective" das Wort "ditective" gelesen - vermutlich hat das aber außer mir im ganzen Kino niemand gemerkt ;D
Offensichtlich hatten auch die beiden Jungs aus meinem Büro Spaß beim Gucken, obwohl der Kinosaal sonst nur mit Eltern und deren Kinder gefüllt war.

Als wir dann um 3 Uhr aus dem Kino kamen, waren wir echt hungrig und ich habe dummerweise vorher gesagt, dass ich gern Gemüse esse... deshalb haben sich die beiden Jungs dann einen abgebrochen ein Restaurant mit möglichst viel Gemüse für mich zu finden ;D
Am Ende sind wir in einem echt tollen Restaurant mit riesigem Buffet gelandet, da gab es wirklich eine breite Auswahl an japanischen und westlichen Köstlichkeiten. Trotzdem waren die beiden echt diszipliniert beim Essen - eine Fressorgie war das definitiv nicht.

Schließlich sind wir noch in einen Laden für Manga und Anime gegangen und ich hätte so gerne etwas gekauft aber im Moment bin ich einfach zu langsam, um wirklich ernsthaft viele Manga zu lesen. Außerdem hat mir Hasegawa-san versprochen mir ein paar Bände vom Manga meines Lieblingsanimes (Chihayafuru) auszuleihen - damit bin ich dann fürs erste versorgt ;-)

Auf dem Nachhauseweg ist Abe dann einen besonderen Weg gefahren, um mir von einem Hügel aus die glänzende Stadt zu zeigen. Dabei habe ich dann auch gelernt, dass "kira kira" glänzen bzw. glitzern bedeutet.

Wir waren dann so gegen 7 zurück im Wohnheim und ich habe die Jungs dann noch eingeladen ein paar Fotos von meinen Reisen nach Spanien und Australien anzugucken. Es ist jedes Mal total niedlich zu sehen wie sehr sich die Japaner darum sorgen in ein fremdes Heim/Auto einzutreten. Die standen ewig an der Türe rum und haben sich entschuldigt und verbeugt, bis sie dann rein gekommen sind.

Irgendwie hatte ich in Greifswald nur ein kleines 1-Zimmer Apartment, wo sich meine Freunde immer ganz selbstverständlich auf mein Bett gesetzt haben und hier brechen sich alle einen ab nur wenn sie ein fremdes Haus betreten. Das ist schon eine ziemliche Umstellung.
Aber irgendwie ist diese Höflichkeit auch sehr schön, weil man sieht, dass sich der andere dessen bewusst ist, dass er in die Privatsphäre von jemandem eindringt.

Hanami die Zweite

Naja Japan wäre nicht Japan, wenn die Leute nach schon einem Mal genug Kirschblüten gesehen hätten. Außerdem gehen hier alle Forschungsgruppen traditionell zum Hanami.
Leider war es immer noch so kalt, deshalb haben wir beschlossen in einem Restaurant zu essen und erst danach zum Schloss zu gehen.
In der Gruppe dabei waren Professor Pham, die Postdoktorandin Ying, Abe-senpai, Tomofusa (mein Prof nennt ihn fälschlicherweise immer Tofu), Haga (mein Prof nennt ihn aber eher Hägar), Matsui und Suzuki (der aber wegen Krankheit nicht mitgekommen ist.).
Von links: Haga, ich ;D, Abe-senpai, Pham-sensei
Wir waren in einem westlichen Restaurant - was insbesondere für Professor Pham gut war, der sich bis zum Schluss auch so kaum entscheiden konnte, was er zum Abendessen haben wollte.
Am Ende waren aber alle echt glücklich mit dem Essen und Abe-senpai hat mir sogar sein Kuchenstück überlassen ohne dass ich fragen musste - das ist die krasse Freundlichkeit der Japaner.
Von links: Matsui, Hasegawa und Ying
Danach sind wir natürlich trotzdem noch zum Schloss gegangen, um die Kirschbäume anzugucken und ein Gruppenfoto machen zu lassen. Leider nicht mit meiner Kamera, deshalb hier nochmal ein schönes Foto vom Schloss und der Illumination.


Am Tag darauf habe ich dann gemerkt, dass ich mir eine Erkältung eingefangen habe und deshalb waren Freitag und Samstag eher langweilig. Ich habe irgendwann dann nur festgestellt, dass ich mir die Erkältung nicht etwa wegen dem Hanami eingehandelt habe...
Hier im Wohnheim gibt es so typisch japanische Fenster, die man aufschieben muss. Sobald das Fenster aber senkrecht ist, erwarte ich erfahrungsgemäß, dass es geschlossen ist. Leider habe ich nicht gemerkt, dass mein Fenster aber 2 Tage lang auf einer Seite (hinter dem Vorhang) weit offen stand... Kein Wunder, dass man sich dann bei der Kälte eine Krankheit einhandelt ;D

Dienstag, 23. April 2013

Hanami - "Kirschblütenglotzen"

Erstmal wurde ich Sonntags von einem Studenten und meiner Betreuerin von der Wohnheims-WG zu einem Laden für Handys gebracht, da mein Handy aus Deutschland hier in Japan natürlich nicht funktioniert (und auf Dauer auch viel zu teuer wäre.)
Dort haben wir dann erstmal ein Handy ausgesucht - was etwa eine Stunde gedauert hat. Immerhin gibt es da auch verschiedene Preiskategorien... Am Ende habe ich ein sehr günstiges genommen. Dann haben wir einen Vertrag zusammen gestellt (was auch wieder ewig gedauert hat.) und dann haben wir festgestellt, dass ich nicht nur meine Residence Card zeigen musste, sondern auch noch meinen Reisepass. Also mussten wir nochmal zurück ins Wohnheim fahren und den Pass holen.
Nach etwa 4 Stunden konnte ich dann mein Handy mitnehmen - natürlich funktioniert das nur auf Japanisch und man kann auch Nachrichten nur mit japanischen Schriftzeichen schreiben. Da folge ich mal wieder dem "learn it on the hard way"-Prinzip aber ich hoffe, dass mir so etwas hilft schnell Japanisch zu lernen.

Montags habe ich dann die Übungsaufgaben für den einen Kurs kontrolliert und ich war bisweilen echt ein wenig überrascht - Selbst die einfachen Aufgaben von der ersten Woche schienen einigen echt schwer gefallen zu sein. Da bin ich mal gespannt wie sich das entwickelt...^^
Die Anzahl der Studenten ist jetzt schon mal von 24 auf 17 gesunken. (Englisch schreckt doch einige ab)

Gegen 6 Uhr bin ich dann zum Haupteingang der Universität gelaufen, um von dort mit dem Outdoor-Club zum taditionellen Hanami zu gehen. Dazu sind wir teils mit dem Fahrrad und mit dem Auto (ich konnte zum Glück einen Platz im Auto ergattern) zur Burg von Aizu-Wakamatsu gefahren.

Dort war es natürlich schon dunkel aber die Burg und die Kirschbäume waren hell angeleuchtet und das war wirklich total schön.
ein Wald aus Kirschbäumen :-)
Direkt unter einigen Kirschbäumen vor der Burg haben wir dann ein Picknick gemacht und bei geschätzt etwa 40 Leuten war auch wirklich was los. Ich habe mich viel mit Makino-san unterhalten, der ziemlich gut Englisch konnte und zwischendurch auch mit einigen anderen auf Japanisch.
(Dort bin ich übrigens der hübschen "Dame" in rosa von dem lustigen Bingo-Spiel von vor 2 Wochen wieder begegnet und er hat sich sogar an mich erinnert, obwohl ich nur irgendwo in der Menge stand... ich steche hier halt doch überall heraus :/ )
Wieder hatte ich das Gefühl, dass man sich sehr viel um mich gekümmert hat.
Achja und dann musste sich auch noch jeder selbst auf Japanisch vorstellen und zum Glück konnte ich genug anderen zuhören, um selbst ein paar einfache Sätze bilden zu können. Natürlich waren alle bei mir besonders gespannt und ich glaube einige waren auch echt überrascht, dass eine (offensichtliche) Ausländerin wie ich mich überhaupt auf Japanisch unterhalten konnte.

Unser Blick auf die Burg
Es sind solche Abende, die mich manchmal vergessen lassen wie schwierig es immer noch ist für mich auf Japanisch etwas zu erzählen. Manchmal liege ich abends wach und überlege wieso ich nicht härter an meinem Japanisch gearbeitet habe, als ich noch in Deutschland war.
Ich freue mich schon auf den Mai, wenn hier endlich die Japanisch-Kurse an der Uni anfangen und ich hoffentlich in kurzer Zeit schnell weiter komme.

Morgen will ich einen Käsekuchen backen, mal sehen, ob das was wird ;D

Sonntag, 21. April 2013

Schnee und Blüten

Die Woche ging mal wieder relativ normal zu Ende und nach der vielen Arbeit für den Report war ich auch irgendwie erschöpft. Also beschloss ich das Wochenende mal zu genießen und am Freitagabend wollte ich irgendwas lustiges machen. Irgendwie schien facebook ausgestorben zu sein und ich bin einfach mal spontan in eine der anderen WGs gegangen und prompt bis 3 Uhr nachts hängen geblieben.

Am nächsten Tag war ich dann um 2 Uhr mittags mit Bektur und Yuhei zum Anime gucken verabredet und wir haben so etwa 2 Stunden verbracht, obwohl wir eigentlich nur einen Anime wirklich geguckt haben.
Ich glaube das war vor allem für Bektur ziemlich gut, weil er relativ isoliert ist - er spricht leider so gut wie kein Japanisch.

Abends gab es dann in einer der WGs eine Okonomiyaki-party.
Sieht komisch aus, ist aber mega lecker
Ich kann immer noch nicht so ganz beschreiben was Okonomiyaki genau ist, aber es ist so ne Art Gemüsepfannkuchen und das wird dann noch immer hübsch mit einer dunklen Soße, viel Majonaise und getrocknetem irgendwas verziert und dann meist auch sofort gegessen.
Davon könnte ich echt ewig essen wenn ich nicht satt werden würde ;D

Am nächsten Tag bin ich aufgewacht und es war in meinem Zimmer ungewöhnlich kühl - immerhin hatte es vor ein paar Tagen noch 20 Grad und ich bin im Sommerkleid rum gelaufen.
Ein Blick aus dem Fenster hat mich dann doch etwas schockiert:
vom Eingang des Wohnheims aus fotografiert
Irgendwie ist das schon ein merkwürdiges Wetter hier... Innerhalb von wenigen Tagen ändern sich die Temperaturen um etwa 15 Grad. Für Dienstag ist auch schon wieder 15 Grad angesagt während es heute so etwa 0 Grad hat.
Ich hab die Chance dann genutzt und habe einige echt seltene Aufnahmen gemacht:
Im Park der Universität
Hier hat die Kirschblüte erst vor 2 Tagen wirklich angefangen (deshalb will ich morgen auch zum Hanami - so einer Art Kirschblütenparty)
Selbst die wunderschönen Kirschblüten waren vom Schnee bedeckt - total schön :)

Bleibt zu hoffen, dass die Blüten jetzt nicht alle abfallen. Ich war die letzten Tage echt zu beschäftigt wirklich Fotos von den Blüten zu machen.
Ich hoffe auch, dass es nicht noch mal schneit... immerhin ist es jetzt schon Ende April und ich habe meine Wintersachen vorerst in Deutschland gelassen :/