The University of Aizu Haupteingang

Montag, 1. April 2013

Tokio Tag 5+6 - Nezu-Schrein, Yanaka, Friedhof der Tokugawa Shogune, Roppongi

An meinem vorletzten Tag in Tokio habe ich wieder versucht in dieser Betonwüste die Spuren der Vergangenheit zu finden - daher bin ich in das Stadtviertel "Yanaka" (Ya= Tal, naka= Mitte) gefahren. Bei dieser Tour hatte ich eigentlich am Wenigsten eine Ahnung, was mich dort erwarten würde.
Ausgestiegen bin ich wieder in Ueno und am See im Ueno Park habe ich dann diese wunderschönen Blüten gefunden:
Das war einfach nur so wunderschön, das kann man gar nicht beschreiben.

Von dort aus wollte ich dann zum Nezu-Schrein. Da ich nicht so krass als Ausländer auffallen wollte, bin ich über den Campus der Universität von Tokio gelaufen... aufgefallen bin ich trotzdem. Dort habe ich dann diesen tollen Teich gesehen:
natürlich waren auch Koi-Karpfen im Teich
Nach einem kleineren Fußweg kam ich dann auch endlich am Nezu-Schrein an und wie immer bin ich dann wieder durch einen Nebeneingang gestolpert... Das Haupttor sehe ich irgendwie meistens erst zum Schluss.
Dort gab es dann auch dieses Kunstwerk zu bestaunen:
Obwohl ich ja vermute, dass die Japaner unter anderem wegen ihrer Nähe zum Buddhismus so tierlieb sind. In dem Museum hatte ich einige Tage davor auch gelernt, dass man Stiere hauptsächlich zum Transport von Waren und Hähne für Wettkämpfe hielt.

Dort gab es dann auch wieder diese langen Reihen von roten Toren, das war echt beeindruckend.
Bei einigen Toren hat man auch gesehen, dass die doch schon relativ alt sind und ich konnte da auch echt nicht aufrecht durchgehen, weil die gar nicht so hoch sind, also bin ich da sehr vorsichtig durch gehuscht.

Direkt am Schrein gab es dann noch einen coolen Garten mit Büschen:

Bevor man dann zum eigentlichen Schrein gehen konnte, war da natürlich noch das Haupttor. Sehr beeindruckend waren auch die beiden Samurai-Puppen, die direkt im Tor ausgestellt wurden. Meine Vermutung war dann, dass dies die Kami des Schreins waren.

Hier fällt es mir wirklich schwer ein paar Bilder für euch heraus zu suchen - ich hab einfach zu viele tolle Fotos gemacht - schön finde ich zum Beispiel dieses hier:
Hinterer Teil vom Hauptgebäude
Nach einer kurzen Pause bin ich dann in Richtung Yanaka aufgebrochen und da wusste ich wirklich am Wenigsten, was mich eigentlich erwartet und ich bin relativ planlos durch die Straßen gelaufen.

Erst nach und nach habe ich dann begriffen, dass Yanaka ein altes Viertel ist, in dem noch einige Gebäude aus der Edo-Zeit erhalten geblieben sind. Allerdings ist das wirklich herausragende an diesem Viertel eine Vielzahl an Schreinen für tote Japaner, die in herausragender Weise für ihr Land gedient haben.

Insbesondere gibt es in diesem Viertel dan auch den Friedhof der Familie der Tokugawa, die Japan sehr lange als Shogune regiert haben. Leider konnte man dort teilweise nicht so viel sehen, da dieser Bereich im Moment renoviert wird.
Allerdings war ich am Grab von Yoshinobu Tokugawa, dem letzten Shogun.
Infotafel am Grab vom letzten Shogun
Genau dort bin ich dann einer Gruppe von älteren Japanern begegnet (also mit älter meine ich so kurz vor dem Seniorenalter). Eine der Frauen hat mich auf Englisch angesprochen und so kamen wir ins Gespräch. Wie ich dann erfahren habe, war das dann ein Fotoclub aus Chiba, der einen Ausflug nach Tokyo gemacht hat, um dieses alte Viertel zu fotografieren. Die Leute waren einfach nur total nett und ich bin dann eine ganze Weile mit denen mitgegangen. Schließlich bin ich noch mit ihnen zusammen in ein Restaurant zum Mittagessen gegangen und als wir in einem Laden für Origami-Utensilien waren, hat mir eine der Frauen eine total niedliche Tasche aus Stoff gekauft und dann geschenkt.
Die Menschen hier in Japan sind oft so unglaublich freundlich und hilfsbereit, das ist einfach nur toll. In diesen Momenten weiß ich genau, wieso ich mir gerade dieses Land für ein Auslandsstudium ausgesucht habe und ich war einfach nur froh, dass das alles so gut geklappt hat.

Danach bin ich nach Harajuku zurück gefahren und noch etwas durch den Yoyogi Park geschlendert, allerdings war es überall schrecklich voll, da viele Japaner im Park für das traditionelle Hanami (=Kirschblüten-Picknick) waren. Dennoch hier noch ein Foto für einen Eindruck von der Kirschblüte:
Teilweise sieht das auf dem Boden dann echt aus wie Schnee, weil das so krass viele Blüten sind - die natürlich irgendwann auch abfallen.

Ich bin dann relativ früh wieder schlafen gegangen und am nächsten Tag war dann auch schon meine Abreise. Gegen 11 musste ich auschecken, allerdings konnte ich in Koriyama erst ab 15 Uhr ins andere Hotel einchecken. Also hab ich meine Koffer im Hotel in Tokio gelassen und bin noch nach Roppongi ins hypermoderne Edelviertel gefahren:
Die Mieten dort müssen einfach nur astronomisch sein und in dem Gebäude selbst gab es auch nur Edelboutiquen. Allerdings war es an diesem Tag wirklich sehr kalt in Tokio und ich hatte auch leider nicht so mega viel Zeit.

Um 13:30 bin ich vom Hotel aus in Richtung Ueno-Bahnhof los gedüst. Es war echt total anstrengend allein bis zur nächsten U-Bahn-Station mit den 2 Koffern zu kommen - immerhin sind das zusammen über 40 kilo... Zum Glück bin ich relativ gut trainiert und ich habe die paar Treppen dann auch allein geschafft.
In der U-Bahn habe ich dann versucht meine Koffer halbwegs platzsparend unter zu bringen - zum Glück bin ich mit einer wenig genutzten Linie gefahren.
Einer der Büroangestellten ist bei meiner Haltestelle dann früher aufgesprungen und ich dachte eigentlich, dass er es einfach nur eilig hat und schnell aus dem Zug wollte, bevor ich mit meinen Koffern den Ausgang blockiere. Tatsächlich hat er ganz selbstverständlich geholfen einen meiner Koffer heraus zu heben und als ich ihm gesagt hab, dass ich zum großen Bahnhof in der Nähe wollte, hat er dann sogar eine Viertelstunde seiner Zeit geopfert einen meiner Koffer für mich zu schleppen.
Als wir dort waren hat er dann auch für mich herum gefragt an welches Gleis ich muss und alles...
Einfach nur total nett die Japaner, da war ich wirklich baff von dieser Freundlichkeit.

10 Minuten vor Abfahrt stand ich also ganz entspannt an dem Gleis für den Shinkansen in den Norden Japans und ich muss sagen, dass diese Schnellzüge wirklich toll sind. Man hat auch am Platz dann total viel Beinfreiheit und der Service ist auch super :-)

Als wir aus Tokio raus gefahren sind habe ich noch ein paar Fotos aus dem Zug heraus gemacht:
Und es war einfach nur krass wie lange wir durch diese Betonwüste gefahren sind - durchgängig bis in die Hauptstadt der Präfektur Saitama war alles dicht bebaut - erst nach einer halben Stunde fahrt habe ich den ersten richtigen Wald gesehen.
Ich bin irgendwie trotzdem froh, dass ich nicht in Tokio studiere sondern auf dem Land relativ weit draußen.

Samstag, 30. März 2013

Tokio Tag 4 - Tokyo Tower, Zojoji-Schrein, Hamarikyu Garten, Asakusa, Tokyo Sky Tree

Mein 4. Tag war einer mit den meisten Attraktionen. Wieder bin ich schon recht früh nach Shiba, an den Hafen von Tokio, gefahren. Dort habe ich gleich beim Ausgang von der Haltestelle den Tokyo Tower gesehen - einen Nachbau des Eiffelturms aus Paris, da sieht man auch gleich wieder diese Kopierfreude der Japaner ;-)
Da das U-Bahn-Netz so hervorragend ausgebaut ist, musste ich dafür auch gar nicht weit laufen. Ich bin dann aber doch nicht hoch gefahren, es war ja auch erst so 8 Uhr morgens und ich weiß gar nicht, ob man so früh überhaupt da hoch konnte.

Also bin ich weiter gezogen durch den Park direkt am Fundament vom Tokyo Tower und da habe ich wieder etwas schönes gefunden. Direkt dort war ein kleiner Schrein:
Es ist wirklich schön zu sehen wie sehr die Japaner diese heiligen Stätten pflegen auch wenn sie noch so klein sind und regelmäßig frische Blumen hin bringen. Das war dann im Nachhinein auch ein schöner Kontrast für die beiden riesigen Tempel, die ich mir im Laufe des Tages noch angesehen habe.

So auch den nächsten Tempel, der einst das buddhistische Zentrum in Japan darstellte, bis er in der Meiji-Zeit durch die Öffnung zum Westen und der Etablierung des Shintoismus als Staatsreligion an Macht verlor.
Hauptgebäude
Hier das Hauptgebäude des Zojoji zu sehen (sehr beeindruckend wenn man bedenkt, dass die kleine Tür unten rechts so eine normale Höhe hat.)
Dazu gehörten noch diverse Nebengebäude und ein alter Friedhof. Natürlich gab es auch hier wieder viele schöne Kirschbäume.
Im Hintergrund mischt sich wieder die Moderne ins Bild
Auf dem Gelände waren an dem Morgen nicht viele Leute unterwegs - allerdings auch eine Gruppe von Indern - was bei einem bedeutenden Tempel des Buddhismus auch nicht so verwunderlich ist. In meinem Hotel sind allerdings die Mehrheit der ausländischen Gäste (Süd-)Koreaner, was auch nicht so recht verwunderlich ist bei der geografischen Nähe der Länder.

Interessant finde ich auch irgendwie, dass es auch hier Glocken gibt (die mindestens so beeindruckend sind wie viele in europäischen Kirchen) allerdings werden sie deutlich seltener geläutet. Meist zu besonderen Anlässen, wie etwa Neujahr.

Auch nicht vorenthalten möchte ich euch noch folgendes Bild von einer echt schönen Statue (auch etwas, was ich in Japan bisher eher seltener gesehen habe):
Natürlich hab ich auch mal wieder die Augen zu ;D

Als ich vom Tempelgelände runter war, habe ich dann noch ein schönes Foto vom ebenso beeindruckenden Haupttor gemacht:
Um das Gelände herum sind noch weitere Tore an den Straßen zum Tempel hin positioniert. Allerdings verschwinden die meisten von diesen in der Hochhausflut vom Hafenviertel.

Dort bin ich dann etwas herum geirrt, um den Hamarikyu Garten zu finden. Mein initialer Gedanke war eigentlich, dass das vielleicht so ein künstlich angelegter Garten für die Manager vom belebten Hafenviertel ist aber durch einen kostenlosen Audi-Guide bekam ich dort dann die Information, dass dieser Garten schon über 300 Jahre alt ist und von einem Shogun angelegt wurde - aus Liebe zu Gärten und auch um Staatsgäste zu empfangen und zu entertainen.
Teehaus auf einer Insel
Das komplette Areal wurde tatsächlich künstlich durch Methoden der Landgewinnung erzeugt und durch Flüsse auf beiden Seiten wird dieser See gespeist. Man kann sich also darauf verlassen, dass alles in diesem Park bestimmten ästhetischen Grundsätzen folgt und es heißt, dass man in Japan nirgends einen schöneren See finden wird.
Auch an Land standen noch weitere Teehäuser und es heißt, dass Gäste im Schnitt etwa 12 Stunden im Garten verbracht haben sollen. Im Laufe der Zeit wurde der Garten von den Tokugawa Shogunen dann auch zu anderen Zwecken genutzt, etwa zum Reit-Training, dem Jagen von Enten und sogar ein Elefant wurde hier untergebracht.
Im 2. Weltkrieg wurde das Areal stark zerstört und die meisten Gebäude waren verloren - nur ein Schrein am Rande und ein mittlerweile 300 Jahre alter Baum überlebten die Bombardierung. Mittlerweile dient der Park quasi nur noch dem Sightseeing,

Von dort aus ging es dann nach Asakusa, einem weiteren wichtigen religiösen Ort. In den Straßen war dann gegen Mittag schon sehr viel los und einige (japanische) Touristen haben eine Tour mit Rikschas gemacht - allerdings konnten die Fahrer nur Japanisch, wodurch das für mich nicht in Frage kam.
Mal ein Foto ohne die riesige Menschenmenge
Auch zu diesem Areal gehören wieder mehrere Nebengebäude und ein schöner Park. Allerdings hab ich da schon fast einen Koller bekommen und bin etwas weiter vom Schrein weg gegangen, um mein Mittagessen zu essen. Die ganze Lauferei macht auch total hungrig, allerdings darf man dann auch nicht so viel essen, sonst kommt man nicht mehr hoch ;D

Die Gebäude vom Tempel waren wirklich alle traumhaft schön aber ich kann hier nicht alle zeigen. Mehr Bilder findet man auf meiner Facebook-seite und dann natürlich wenn ich sie dem ein oder anderen von euch mal persönlich zeigen kann.

Dieses Teil war bestimmt 5 Meter hoch
Von weitem konnte ich dann auch das Schauspiel von einer Geisha sehen und hören. Allerdings war es so krass voll, dass ich nicht nahe genug ran gekommen bin, um ein halbwegs gutes Foto zu machen. Man kann sich echt nicht vorstellen wie viele Menschen da, bei (für mich) T-shirt-Wetter, dort an dem Schrein waren.

Ich war dann sehr froh, als ich vom Gelände des Tempels runter gelaufen bin in Richtung Tokyo Sky Tree. Auf meinem Weg dort hin bin ich dann von einem jungen Japaner auf Englisch angesprochen worden. Wie sich heraus gestellt hat, ist er ein Student aus Saitama, der sich eigentlich mit einem Freund am Tempel treffen wollte und aber vom ihm versetzt wurde. Ich würde sagen sein Englisch war etwa auf dem Niveau von einem durchschnittlichen Realschüler - was aber für einen Japaner doch recht beeindruckend war. Später hat er mir dann erzählt, dass er eine Weile in L.A. gelebt hat (er studiert auf so einer Art Film-Akademie, was dann natürlich für ihn Sinn gemacht hat).
Wir sind dann in die Nähe vom Sky Tree gelaufen und da hat er noch ein Bild von mir gemacht:
Er hat mich dann noch zum Karaoke eingeladen und ich muss echt sagen, dass sowas schon sehr witzig ist - allerdings auch echt anstrengend so schnell Hiragana zu lesen! Oft habe ich vor allem die letzten 3 Hiragana wirklich singen können, der Rest war einfach viel zu schnell :/ ... ach und natürlich auch die regelmäßig in japanischen Songs vorkommenden englischen Abschnitte waren natürlich auch kein Problem.

Gegen Nachmittag hab ich mich dann verabschiedet - immerhin war ich ja auch schon seit 4 Uhr morgens wach gewesen und kaum an einem Tag mehr gelaufen als an diesem.
Er ist dann mit dem Fahrrad wieder 1,5 Stunden nach Saitama zurück gefahren (das ist sogar schon außerhalb der Präfektur von Tokio).

Auch wenn ich es nicht wollte, war ich dann so schrecklich müde, dass ich schon etwa um 6 Uhr abends eingeschlafen bin. Allerdings konnte ich dann immerhin auch etwas länger durchschlafen.

Freitag, 29. März 2013

Tokio Tag 3 abends - Shinjuku bei Nacht

Nach einem erholsamen Mittagsschlaf hab ich mich dann aufgemacht in einem der Restaurants im Hotel essen zu gehen. Als ich unten in der Lobby ankam, merkte ich allerdings dass der Regen endlich aufgehört hatte und ich habe mich spontan entschlossen doch nochmal ins Zentrum von Shinjuku zu gehen.
Dort war natürlich echt total viel los und es ist immer noch komisch ständig links zu laufen - vor allem bei Treppen tendiere ich immer noch dazu rechts gehen zu wollen. Mal sehen wie lange es dauert, bis ich mich daran gewöhnt habe ;-)

Beim Einkaufen nach Sonnenuntergang halte ich mich an den "Hauptstrom" der Menschen und versuche auf den großen Straßen mit viel Licht zu bleiben. Man sieht auch hier oft ziemlich dunkle Gassen abzweigen, wo ich mich jetzt so ganz allein doch nicht rein trauen wollte.

Gerade die jungen Leute haben sich zum Essen gehen sehr herausgeputzt und man sieht viele Frauen und Männer, die glatt als Model durchgehen könnten. Ich würde glaube irgendwann total den Minderwertigkeitskomplex kriegen, wenn ich länger hier bleiben würde ;D

Auch auf den Straßen fahren teilweise echt krasse Fahrzeuge herum, zum Beispiel diesen Geländewagen:
In Japan gibt es scheinbar eh nur 2 Welten, auf einer Seite das bescheidene und traditionelle Japan und dann das total ausgeflippte, möglichst bunte Japan. Doch diese Welten sind nicht getrennt sondern sind quasi direkt nebeneinander!

Irgendwie bin ich dann wieder in Richtung Hotel gelaufen und habe mir auf dem Weg noch etwas zu Essen besorgt. Die Verkäuferin in dem Supermarkt hat mich auf Japanisch irgendwas gefragt und ich war einfach mal mutig und hab spontan "hai" (also ja) gesagt. Von daher war es echt eine Überraschung für mich, was sie da für mich dazu rein gepackt hatte.
Es ging dabei um das weiße Päckchen auf meinem Nachtisch. Es stellte sich dann bei näherem Betrachten als kleines Kühlpäckchen heraus :-)
Natürlich hab ich zu dem Essen auch noch so ein feuchtes Tuch (siehe links) und Stäbchen bekommen. Manche Verkäufer legen mir auch noch ne Gabel mit rein, obwohl ich das mittlerweile echt nicht brauche.

Außerdem wird in Japan an Plastik nicht gespart. Das Essen ist oft in solchen Boxen aus Plastik und die werden in eine Plastik-Tüte verpackt und diese Päckchen kommen dann zusammen in eine Tragetasche aus Plastik... Zum Glück sind die Japaner echte Weltmeister im Mülltrennen (da bin ich echt schlecht drin :/) und (hoffentlich) im Wiederverwerten.

Bei dem Nachtisch habe ich lange gezögert, ob ich es wagen sollte das auszuprobieren. Lesen konnte ich auf der Verpackung nur das Kanji für "o-cha" und in Katakana "ku-ri-mu" - also etwas mit japanischem grünen Tee und einer Sahne-Creme. Aber mutig wie ich bin, hab ich mich dann doch noch ran getraut (den grünen Tee, den man im Kühlregal im Supermarkt kaufen kann, fand ich übrigens nicht so lecker :/ )

Tatsächlich bestehen die Teile aus so einer Art Gelee mit Geschmack von grünem Tee (aber nicht so bitter) und einem bisschen Sahne-Creme in der Mitte. Ich liebe diese Teile total *mjam mjam*

Auch wenn in Japan vieles kulinarisch ganz anders ist, habe ich meine Abenteuer beim Essen bisher noch nicht bereut. Das japanische Essen hat sich bisher als echt lecker erwiesen.

Mittwoch, 27. März 2013

Tokio Tag 3 vormittags - Kumano-Schrein, Ueno Park, National Science Museum

Da für meinen dritten Tag in Tokio wieder Regen vorhergesagt worden war, hatte ich einen Tag im Museum geplant. Also bin ich wieder um 7 aufgebrochen und habe mir wie jeden Tag ein kleines Frühstück im Supermarkt geholt und im Park nebenan gegessen. Da musste ich mich wegen leichtem Regen schon unter einen Pavillion setzen - mir war schon am ersten Tag bei dem krassen Regen aufgefallen, dass ich vergessen hatte einen Regenschirm ein zu packen...
Also hatte ich schon am zweiten Tag immer so sporadisch nach Regenschirmen gesucht - in einem Kaufhaus habe ich zuerst welche gesehen ... für 20 Euro. Das war mir eigentlich zu viel und ich habe weiter gesucht. Im nächsten (Nobel-)Kaufhaus gab es welche ab 30 bis fast 80 Euro. Niemand würde in Deutschland auf die Idee kommen einen Designer-Regenschirm für 80 Euro zu kaufen... Also hatte ich bisher keinen gekauft.

Tapfer bin ich dann bei Nieselregen durch den Park gelaufen und habe dort den Kumano-Schrein gefunden. Im Prinzip ist das einer der eher unbekannten, kleineren Schreine in Tokio - trotzdem war der einfach nur total schön.
Im Hintergrund: Toori von diesem Schrein
Da stand ich also noch vor 8 Uhr an dem Schrein und da waren auch schon einige japanische Büroangestellte unterwegs. Viele der Vorbeigehenden haben sich verbeugt und eine relativ große Anzahl an Leuten hat da dann Geld gespendet und dafür an einer Glocke geläutet und den Gott vom Schrein um Beistand gebeten. Das ist irgendwie so als würden die Banker in Frankfurt morgens schnell noch in die Kirche rein hüpfen, um für gute Geschäfte zu beten oO

Von dort aus bin ich dann mit der U-Bahn nach Ueno gefahren (dort ist auch einer der großen Fernbahnhöfe) und ich hatte Glück, dass ich eine der weniger genutzten Linien genommen habe, dadurch konnte ich auch noch einen Sitzplatz ergattern.
Als ich aus der U-Bahn Haltestelle raus kam habe ich sofort gemerkt, dass es schon deutlich mehr regnet. Also bin ich in den nächsten Supermarkt (andere Läden haben vor 10 Uhr eh nicht offen) und habe mir für etwa 10 Euro nen funktionalen Regenschirm gekauft - der Verkäufer hat für mich dann auch gleich das Plastik weg gemacht.

Direkt am Eingang vom Ueno Park habe ich dann diese Statue gesehen:

Da sieht man, dass die Beziehung zwischen Hunden und Menschen auch in Japan sehr eng ist. Später wurde ich dann auch noch wieder an die Geschichte von Hachiko erinnert - dem Inbegriff von Treue in Japan. Hachiko war Akita-Hund, der von einem Professor aus Shibuya aufgenommen wurde. Der Hund holte sein Herrchen jeden Tag vom Bahnhof in Shibuya ab, allerdings verstarb der Professor plötzlich. Trotzdem kam der Hund jeden Tag zum Bahnhof und wartete auf sein Herrchen - fast 10 Jahre lang, bis er selbst irgendwann tot aufgefunden wurde. Später habe ich dann den präparierten Hund im Museum gesehen.

Ich war so gegen halb 9 im Ueno Park und musste noch ein wenig Zeit totschlagen, damit dann das Museum öffnet.
Im Park gab es wieder einige tolle Schreine zu sehen:
In dem Schrein habe ich dann einen Glücksbringer gekauft - leider konnte ich auf die Schnelle die Kanji nicht entziffern, lediglich "sakura" (also Kirschblüte) konnte ich lesen. Das passte auch dazu, dass der ganze Glücksbringer hübsch rosa ist und ein Glöckchen in Form einer Kirschblüte dran ist. Naja ich denke mal, dass der schon für irgendwas Gutes steht - mal sehen, ob für Weltfrieden oder eine neue Nase ;D

Dann bin ich über diese Allee von Kirschbäumen gelaufen (zusammen mit einer riesigen Horde Japanern)
Ein bisschen komisch fand ich, dass etwas weiter hinten der Weg breiter wurde und da so Plastikplanen auf dem Boden lagen, wo wirklich bei dem fiesen Regen Leute drauf geschlafen haben oO.
Die Japaner auf dem Weg haben dann seelenruhig von sich und den Kirschbäumen Fotos gemacht, aber ich fand das schon irritierend.

An einem See war dann noch ein Schrein mit so lustigen Ständen für diverses Essen, leider waren die wegen der frühen Uhrzeit aber auch noch nicht offen.
Ich bin dann weiter durch den Park gelaufen und habe wieder einen Schrein gefunden... jaja, das war wirklich nochmal ein anderer ;D
Und da gab es diese tollen roten Tore, die sich in relativ kurzen Abständen befinden.
Zwar waren das nicht so viele wie in Kyoto aber für mich war das schon mal echt toll :-)

Ich bin dann weiter in Richtung Museum gelaufen und was habe ich da dann gefunden?... Richtig, noch einen Schrein ;-)
Da der Schrein selbst wegen Bauarbeiten verhüllt war, habe ich vom Nebengebäude ein paar Fotos gemacht auch natürlich wegen dem tollen Kirschbaum daneben ;-)

Dann konnte ich endlich ins National Museum of Nature and Science. Der Eintritt waren 600 yen (etwa 6 Euro) und ich musste mir noch einen Audio-Guide besorgen, sonst hätte ich da nichts verstanden - schließlich waren alle Erklärungen zu den Exponaten nur auf Japanisch.
Ich war schon etwas überrascht, dass schon kurz nach 9 die ersten Familien da rein gegangen sind, aber ich habe das erst mal als Ausdruck der Pünktlichkeit der Japaner abgetan.
Ich habe mir 3 Teilausstellungen angesehen: "Die Geschichte der japanischen Inseln", "Lebewesen auf den japanischen Inseln" und "Menschen in Japan". Ich hab einiges vom Audio-Guide gehört, was ich schon so allgemein wusste, allerdings habe ich auch viele spezifische Sachen zusätzlich gelernt. Dass zum Beispiel Japan in 2 verschiedenen Wellen besiedelt wurde und je nach Region (meist dadurch gekennzeichnet, ob Reisanbau möglich war) dort noch jeweils eine Gruppe vorherrschend ist.
Gegen 11 Uhr waren dann allerdings so viele Kinder in den Ausstellungsräumen, dass ich Mühe hatte noch Wörter von dem Audio-Guide zu verstehen und da ich alles gesehen hatte, was in meinen Augen spezifisch für mich als "Nicht-Japaner" interessant war, bin ich dann auch wieder gegangen.
Ich war echt überrascht wie viele Eltern mit ihren Kindern in so ein (in Deutschland oftmals als langweilig betrachtetes) Wissenschafts-Museum schleppen. Es kann aber auch sein, dass es jetzt so extrem war, weil (so wie ich vermute) im Moment Schulferien sind. Immerhin beginnt ja erst nächste Woche auch für die Schüler das neue Schuljahr.

Ich bin dann noch über einen weiteren Schrein gestolpert und habe da auch mal noch so ein kleines Nebengebäude gesehen:
Ich bin diesmal nicht 100% sicher aber ich dachte gelesen zu haben, dass solche Steinfiguren insbesondere für die Ehrung von toten Kindern eingerichtet werden.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass man Kinder in Japan viel mehr schätzt und man allgemein kinderfreundlicher ist.

Danach bin ich zurück ins Zentrum von Ueno gelaufen, um etwas zu Mittag zu essen und ich bin dann wegen dem Regen noch durch das ein oder andere Kaufhaus gebummelt. Irgendwann war es mir dann aber doch zu nass und kalt und ich bin zurück ins Hotel gefahren und dort auch prompt eingeschlafen bis zum Abend.

Dienstag, 26. März 2013

Tokio Tag 2 nachmittags - Kaiserpalast + Ginza

Es ist hier jetzt 5 Uhr und ich bin auch schon wieder seit einer Stunde wach. Diesmal habe ich allerdings wenigstens 8 Stunden geschlafen. Momentan habe ich einen fiesen Muskelkater und gestern abend haben meine Füße schon fast aufgeben wollen aber sonst geht's mir absolut super. Aber jetzt erstmal nochmal zum gestrigen Tag:

Der Nachtisch: sieht komisch aus - schmeckt auch komisch

Nach dem Mittagessen bin ich so gegen 2 Uhr in Richtung Shinjuku Bahnhof aufgebrochen. Allerdings war schon mega viel los und ich war froh, dass ich nicht direkt an der Haltestelle eingestiegen bin, sondern etwa 3 Straßen weiter an einer kleineren Haltestelle. Dummerweise hatte ich absolut keine Ahnung wie ich am Besten so eine Magnetkarte kriegen sollte...
Den Automaten konnte man immerhin auf Englisch umstellen aber zu den einzelnen Auswahlmöglichkeiten gab es quasi keine Erklärung - frohen Mutes habe ich einen Mitarbeiter angesprochen. Der konnte logischerweise kein Englisch und ich konnte nicht auf Japanisch erklären, was mir genau fehlt. Also habe ich den Mann zum Automaten gewunken und mit seiner Hilfe so eine Pasmo-Card bekommen.
Die kann man mit Geld aufladen und dann damit durch die Gegend fahren.

Endlich konnte ich also ins "Zentrum" von Tokio fahren - falls man so etwas überhaupt bei einer solchen Megastadt überhaupt definieren kann. Nach einem kurzen Fußmarsch kam ich dann schon in der Nähe vom Kaiserpalast an.
Wie sich das für so ein Gebäude gehört, gibt es drum herum natürlich erstmal einen Wassergraben und eine hohe Mauer.
Einige Meter weiter war dann das erste typische Gebäude mit den tollen asiatischen Dachgiebeln zu sehen.
Irgendwie finde ich das auch sehr schön, dass die Bäume da nicht so streng angeordnet scheinen wie das bei europäischen Prachtbauten oft zu sehen ist.
Interessant war auch der Park, der quasi auf der zugänglichen Seite zu sehen war und wo man die Touristenmassen durchgeleitet hat. Dort gab es quasi nur eine Sorte an Bäumen und Gras - trotzdem war das wirklich total schön.
Auch hier waren mehr Japaner als Ausländer unterwegs
Alle Brücken und Tore zum Kaiserpalast waren natürlich bewacht und selbst die meisten Japaner werden den Palast wohl kaum von Innen anschauen in ihrem Leben.

Etwas überrascht war ich von den Solarzellen auf dem Dach - wahrscheinlich hat das außer mir auch keiner wahr genommen ;D
Gut versteckt - die Solaranlage aufm Dach
Natürlich war auch hier die Kirschblüte wieder ein großes Thema (auch wenn das fast überraschend wenig Kirschbäume waren) - aber vielleicht wollte man sich da auch nicht so sehr auf diese 2 Wochen im Jahr konzentrieren, als man den Garten angelegt hat.

Rosa Farbklecks im grünen Wald
Euch geht es vermutlich wie mir jetzt "Wo zum Henker ist denn nun der eigentliche Kaiserpalast?!". Ich dachte echt schon, ich wäre vorbei gelaufen, ohne ihn zu sehen :D
Aber keine Sorge, man kann ihn quasi kaum verfehlen - nicht weil er so groß und nah dran wäre, sondern einfach nur wegen der Menschenansammlung und der großen Brücke.

Tja ich würde sagen ein netter goldener Käfig, auch wenn er bei weitem nicht so überheblich wirkt wie so manche europäische oder arabische Paläste. Ich habe ja auch vor fast genau einem Jahr in Spanien die Alhambra gesehen und da war man danach einfach nur sprachlos vom Erlebnis - hier scheint das eher bescheiden und elegant zu sein.

Danach habe ich auch eine der vielen öffentlichen Toiletten gefunden.
Keine Sorge, ich war schon auf der Seite für Frauen. ;-) Das war nur einfach eine traditionelle japanische Toilette. Es sieht merkwürdig aus aber wenn man realisiert, dass die Physik in Japan auch nicht anders ist, kann man das tatsächlich ganz einfach benutzen und es erschien mir sehr hygienisch zu sein.
Tipp am Rande: Wenn man danach Hände wäscht gibt es in der Regel nichts zum Abtrocknen, daher sollte man ein Taschentuch dabei haben.

Von dort aus habe ich dann wieder die Touristenpfade verlassen und bin in einen kleineren Park gegangen. Dort war es dann relativ ruhig und ich war nahezu wieder die einzige Ausländerin.
Später kam ich dann zu so einer Art Markt - dort gab es Stände mit Töpferwaren aber auch ganz viele schön verzierte Stäbchen zum Essen. Dort habe ich auch einen genialen Stand gesehen wo "Okonomiyaki" verkauft wurde (Glücklicherweise in unseren Buchstaben angeschrieben, sonst hätte ich das glatt im Kanji-Gewirr übersehen.)
Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was das genau ist aber es bestand zu großen Teilen aus Kohl, etwas Teig und Ei. Dazwischen war dann irgendwas echt leckeres, was ich nicht genau einordnen konnte. Insgesamt wirklich mega gut und es wurde seinem guten Ruf absolut gerecht.
Das wurde von einem total niedlichen Japaner verkauft, der sich auch wieder total gefreut hat, als ich das auf Japanisch bestellt habe. Leider habe ich das dann nicht so schnell verstanden, als er mich gefragt hat, ob ich da Majo drauf haben möchte - ich hatte ja auch keinen Schimmer wie das schmeckt und ob das überhaupt dazu passt.

Von dort aus bin ich dann auch wieder queerbeet in Richtung Ginza gelaufen und zwischendurch in einem belebten Viertel heraus gekommen. Dort sind viele der Büroangestellten hin gelaufen (es war da schon so am frühen Feierabend) und ich dachte, dass die wohl nach Ginza wollen. Tatsächlich sind viele schon vorher "hängen geblieben" in einem eher nicht so teuren Viertel, wo es viele Casinos und Massage-Studios gab.
Da hat sich für mich dann erklärt, was so die single Büroangestellten am Feierabend in Tokio machen.

Danach bin ich dann endlich in Ginza angekommen und ich habe auf dem Weg dort hin dann folgendes vielsagendes Foto gemacht:
Es ist halt ein Edel-Shopping-Viertel wo sehr viele extrem gestylte Japanerinnen herum gelaufen sind. Von mega viel Schminke bis mega kurzem Rock konnte man da quasi alles sehen.

Kurz vor dem Feierabendverkehr habe ich mich dann in die U-Bahn zurück nach Shinjuku gesetzt und bin zurück zum Hotel gelaufen. Meine Füße wollten zwischenzeitlich schon fast den Geist aufgeben aber bei der Aussicht auf eine Nacht im weichen Bettchen kam dann doch wieder eine Kooperation zu Stande ;-)

Übrigens bin ich sehr froh, dass ich ein eigenes Kissen mitgenommen habe - das Kissen hier ist mit so einer Art Kernen gefüllt und das fühlt sich doch sehr ungewohnt an. Ich hab schon genug Gründe, warum ich hier kaum schlafen kann ;D

Tokio Tag 2 Vormittags - Meiji-Schrein, Harajuku

Eigentlich wollte ich heute schön lang schlafen und fit in den Tag starten. Ich bin etwa um 1 Uhr nachts eingeschlafen und um 4 Uhr wars mit Schlafen auch schon wieder vorbei. Bis etwa 6 Uhr lag ich noch im Bett herum - dann hat mich aber doch der Ehrgeiz gepackt und ich bin los gezogen.
Zuerst für ein kleines Frühstück in den Konbini (24Stunden-Supermarkt) - ein dreieckiges Reisbällchen mit Algen und Körnern + ein Melonenbrötchen + Jasmin-Tee in der Plastikflasche.
Damit bin ich dann in den Park gegenüber vom Hotel gelaufen:
Es war dort relativ ruhig, es waren nur ein paar Jogger, übermotivierte Büroangestellte und ein paar wenige Obdachlose unterwegs. Ich hab dann dort noch ein "Beweisfoto" gemacht, dass ich wirklich in Japan bin.
Achja und da war noch ein berühmtes Gebäude - so weit ich weiß, gehört es zur Regierung (so ne Art Amt oder so). Das hatte glaub mal eine etwas bedeutendere Rolle in der dritten Staffel von Digimon.

So gegen 7 Uhr bin ich dann in Richtung Meiji-Schrein weiter gezogen. Tatsächlich wusste ich nur in welche Richtung ich ungefähr laufen musste - ich habe mich dann an die Straßenschilder gehalten (da ich wusste, dass er in Richtung Shibuya liegt).
Ohne Probleme habe ich dann den Park gefunden, wo der Schrein ist (der ist wirklich riesig).
Genau diesen Baum hat von etwas weiter drüben auch ein professioneller Fotograf aufgenommen, also hatte ich da wohl ein ganz gutes Näschen ;-)
Dank einer Karte habe ich dann schließlich auch den Hauptschrein gefunden. Am Eingang steht ein Tor (auch Toori genannt), da gibt es glaub auch einen Unterschied, ob der Tempel zum Shintoismus oder zum Buddhismus gehört - da dieses Toori braun war, gehört er also zum Shintoismus.
Seiteneingang zum Meji-Schrein
Bevor man durch das Tor geht, muss man aber erst links zu dem kleinen Häuschen und sich symbolisch reinigen.
Wie man sieht gibt es da dann diese Schöpflöffel, die man benutzt, um etwas Wasser über beide Hände zu gießen und auch etwas Wasser mit der Hand zum Mund führt. (Danach muss man logischerweise diese Hand auch wieder reinigen ;D)
Der Hauptschrein ist im Hintergrund
Dort kann man dann ein paar Münzen spenden, sich 2 mal verbeugen, 2 mal Klatschen und nochmal verbeugen (was auch sonst^^). Danach konnte man dann für göttlichen Beistand beten.
Wie man auch auf den Fotos sieht, war da fast nichts los - ich hab nur zwei Ausländer gesehen und die haben dann logischerweise auf Deutsch geredet ;D
Tor gegenüber vom Hauptschrein
Von da aus bin ich dann zu Fuß weiter nach Harajuku gelaufen - dem legendären Viertel für junge, modebewusste Japaner. So gegen 9 Uhr hab ich mich dann erstmal in ein Cafe gesetzt und ne heiße Schokolade zum Aufwärmen getrunken - morgens war es im Wald vom Park und im Schatten der Hochhäuser teilweise echt kalt. :/
Allerdings hatten die Geschäfte auch eine halbe Stunde später noch nicht offen und daher habe ich auch keine Fotos gemacht. In dem Viertel habe ich dann auch diese berühmte Einkaufsstraße von Harajuku gefunden und habe mich sofort heillos verirrt ;D
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man einen Ort genau so am Besten kennen lernt. So habe ich auch viele niedliche, eher kleinere Häuser gesehen - dort wollte ich dann aber auch nicht so Touristen-mäßig von stink normalen Häusern Fotos machen...
Jedenfalls kam ich irgendwann an einer größeren Straße raus und bin dann zum nächsten Bahnhof in meiner Richtung gelaufen. An den Bahnhöfen und U-Bahn Stationen gibt es auch Straßenkarten - dummerweise immer relativ zur eigenen Position... Damit bin ich echt nicht klar gekommen und ich war froh, dass ich meine eigene Karte dabei hatte.
So bin ich dann gemächlich wieder nach Shinjuku getrabt - dort hab ich in einem Elektronik-Laden Halt gemacht. Dort gabs 7 Etagen mit jedem technischen Krimskrams, den man sich irgendwie vorstellen konnte...
Tatsächlich habe ich dort etwas bestimmtes gesucht. Der Stecker vom Ladekabel für meinen Laptop ist nämlich zu fett für die Reisestecker... Also hatte ich ein sinnloses Ladekabel und mein Laptop hatte nach dem Post gestern abend schon fast schlapp gemacht - also hab ich mir eine Lösung überlegt.
Das Kabel besteht eigentlich aus 2 Teilen und es reicht aus, wenn man nur ein Teil austauscht... was das ganze natürlich auch etwas schwieriger gemacht hat so ein bestimmtes Teil haben zu wollen.
Ich hatte am morgen deshalb mein Teil vom Kabel sicherheitshalber eingepackt, um notfalls zeigen zu können, was ich haben wollte.
Tatsächlich habe ich das dann sogar mit meinem mehr als schwachen Japanisch geschafft - am Eingang habe ich nach dem richtigen Stockwerk gefragt und dort habe ich mich von einem netten Mitarbeiter beraten lassen.
Tja und nun habe ich ein passendes Kabel bekommen - leider etwas kurz aber bisher reicht das völlig aus.

Jetzt habe ich im Hotel zu Mittag gegessen (ein fertig gerichtetes, kaltes Nudelgericht und einen merkwürdig schmeckenden Nachtisch) nach diesem Blogeintrag und einer Ruhepause für die Beine will ich nachher wieder los düsen. ;-)